Zertifikate-Kolumne vom 14.11.2019

Festzins-Phase und variables Renditepotenzial

Die jüngsten geldpolitischen Entscheidungen der Notenbanken verdeutlichen, dass für die Zeit der niedrigen und teils negativen Zinsen längst kein Ende abzusehen ist. Seit Juli hat die US-amerikanische Fed bereits dreimal den Leitzins gesenkt. Und im Euroraum scheinen Negativzinsen zur neuen Normalität zu gehören. Mit gewöhnlichen Rentenanlagen können Investoren daher kaum noch positive Renditen erzielen. Seit Mai dieses Jahres liegt beispielsweise die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen dauerhaft unter dem Nullniveau und beträgt aktuell -0,32 Prozent (Stand 04.11.2019).

Die Nutzung von Differenzen im Verlauf der Zinsstrukturkurve eröffnet jedoch einen potenziellen Ausweg. Entsprechende strukturierte Anleihen umgehen die Abhängigkeit von einzelnen Laufzeiten und den damit verbundenen Renditen. Sie zielen vielmehr auf den Aspekt ab, dass Renditen im längeren Laufzeitbereich normalerweise höher als im kürzeren Laufzeitbereich sind. Aktuell besteht zum Beispiel eine Differenz von 0,52 Prozentpunkten zwischen der leicht positiven Rendite der 30-jährigen Bundesanleihe und der obengenannten Negativrendite der 10-jährigen Bundesanleihe. Strukturierte Anleihen können an derartigen Renditeunterschieden partizipieren und weitere Vorteile gegenüber herkömmlichen Rentenanlagen wie etwa überdurchschnittliche Zinsen in einer Anfangsphase bieten.

Sechsmal 1,25 Prozent p.a. Festzins und bis zu 4,00 Prozent p.a. in der variablen Phase

Die DekaBank Zinsdifferenz-Anleihe 12/2039 (K) mit der WKN DK0VPH zahlt in den ersten sechs Zinsperioden einen Festzins in Höhe von 1,25 Prozent p.a. bezogen auf den Nennbetrag von 1.000,00 Euro.

Anschließend folgt die Phase mit variablen Zinszahlungen, die maximal bis zur endgültigen Rückzahlung des Nennbetrags am 09.12.2039 andauern kann. Als Emittentin hat die DekaBank in dieser Phase jedoch die Möglichkeit einer vorzeitigen Kündigung der Anleihe. In einem solchen Fall erhält der Anleger am zum jeweiligen Zinszahlungstag auch den Nennbetrag vollständig zurück. Die Anleihe ist damit beendet und es gibt keine weiteren Zinszahlungen.
 
Solange die Anleihe nicht gekündigt wird, erfolgt die Bestimmung der variablen Verzinsung am Zinsfestlegungstag vor der jeweiligen Periode. Dazu wird zunächst die Differenz zwischen dem 30-Jahres-Euribor-Euro-CMS-Satz und dem 10-Jahres-Euribor-Euro-CMS-Satz ermittelt, wobei eine Untergrenze von 0,00 Prozent gilt. Diese Differenz wird mit dem Faktor vier multipliziert. Die Zins-Obergrenze von 4,00 Prozent p.a. kann jedoch nicht überschritten werden.

Derzeit liegt die Differenz zwischen den beiden genannten Zinssätzen bei 0,44 Prozentpunkten (Stand 04.11.2019). Wäre beispielsweise gerade ein Zinsfestlegungstag, so würde die vierfache Differenz, also 1,56 Prozent p.a., als Zinssatz für die kommende Periode festgelegt werden. Die aktuellen Swapsätze können Interessenten auf https://zertifikate.deka.de/Maerkte/Zinsen abrufen.

Festzinsfokus mit drei Auszahlungen zu je 2,00 Prozent p.a. bei weniger Potenzial in der variablen Phase

Mit einem deutlich höheren Festzinssatz von 2,00 Prozent p.a. arbeitet die DekaBank Zinsdifferenz-Anleihe 12/2039 (K) mit der WKN DK0VPJ. Bezogen auf den Nennbetrag von 1.000,00 Euro wird die feste Zinszahlung aber nur für die ersten drei Zinsperioden geleistet. Die variable Phase beginnt somit bereits ab der vierten Periode und kann vorbehaltlich einer vorzeitigen Kündigung durch die DekaBank maximal bis zum finalen Rückzahlungstermin am 09.12.2039 andauern.

Der jeweilige variable Zinssatz wird ebenfalls anhand der Differenz zwischen dem 30-Jahres-Euribor-Euro-CMS-Satz und dem 10-Jahres-Euribor-Euro-CMS-Satz bei einer Untergrenze von 0,00 Prozent bestimmt. In dieser Variante wird die Differenz allerdings nur mit dem Faktor drei multipliziert. Auch die Obergrenze liegt mit 3,00 Prozent niedriger als bei der oben vorgestellten Anleihe. Anlegern spielt bei dieser Ausgestaltung eine zeitnahe Ausweitung der Zinsdifferenz in die Hände und damit eine möglicherweise frühzeitige Kündigung durch die Emittentin. Die Zeit für das Eintreten dieses Szenarios nutzt der Anleger durch eine kürzere, aber dafür höhere Festzinsphase.

Da bei beiden Anleihen von vornherein nicht absehbar ist, ob und wann es zur Kündigung und somit zur vorzeitigen Rückzahlung kommt, sollte der Anlagehorizont bis zur Fälligkeit am 09.12.2039 reichen.

Im Falle einer vorzeitigen Rückzahlung besteht das Risiko, dass eine Wiederanlage eventuell nur zu schlechteren Konditionen möglich ist. Anlegern steht es jedoch frei, jederzeit während der Laufzeit die Anleihe zum jeweiligen aktuellen Rücknahmekurs zu verkaufen. Entsprechende Verlustrisiken ergeben sich, falls dies nur zu einem Kurs unterhalb des ursprünglich investierten Betrags machbar ist. Darüber hinaus ist wie bei jeder Anleihe das Emittentenrisiko zu beachten, weil insbesondere im Falle einer Zahlungsunfähigkeit der DekaBank Verluste bis hin zum Totalverlust des investierten Nennbetrags drohen würden.

Die Zeichnung beider Zinsdifferenz-Anleihen läuft vom 11.11.2019 bis 06.12.2019, vorbehaltlich einer Verlängerung oder Verkürzung.


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