Katers Welt

Schrecksekunde an den Börsen

Eine Äußerung der US-Finanzministerin Janet Yellen am vergangenen Dienstag löste eine Schrecksekunde aus. Die frühere Notenbankchefin sagte in einem Interview, dass irgendwann die Zinsen in den USA auch wieder steigen müssten, wenn sich die Wirtschaft nach der Corona-Krise zunehmend stabilisiere.

Steigen­de Zinsen sind nicht förderlich für die Aktienkurse, da Alternativanlagen zu Aktien damit attraktiver werden. Die heftige Reaktion der Aktienmärkte auf die eigentlich nicht besonders überraschenden Aussagen der Finanzministerin ver­deutlicht, wie sehr die Aktienmärkte durch die expansive Geldpolitik der Noten­banken unterstützt werden. Ein wesentlicher Grund für die hohen Bewertungen liegt in dem extrem niedrigen Zinsniveau, welches jedoch trotz der Kommentare Yellens noch lange bestehen bleiben wird. Das sah der Markt auch so, weswegen sich die Aktienkurse im Lauf der vergangenen Woche sehr schnell erholten. 

In dieser Börsenwoche trudeln die ersten Wirtschaftsindikatoren zum Monat Mai ein. Die ZEW-Konjunkturerwartungen werden durch das spürbar höhere Tempo der Corona-Impfungen und die damit verbundenen Hoffnungen auf Lockerungen der wirtschaftlichen Beschränkungen weiter befeuert werden. Allerdings sind diese Verbesserungen für die Aktienmärkte nichts Neues mehr. Damit dürfte die Zeit positiver Überraschungen bei gesamtwirtschaftlichen Daten wie auch bei Unternehmensgewinnen langsam vorbei sein. Dies sollte in den kommenden Monaten zu einer Beruhigung der starken Kursanstiege bei Aktien beitragen.

Stand: 10.05.2021

Foto von Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank
Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank

 
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