Zertifikate-Kolumne vom 05.10.2026.

Warum TUI trotz Gegenwind an der Prognose festhält.

Werbung. Bei uns haben gerade die Herbstferien begonnen und unser Urlaub in Südeuropa steht bevor. Für mich beginnt Urlaub dabei oft nicht erst am Strand oder im Hotel, sondern bereits in diesem ganz besonderen Moment vor dem Abflug: Kofferrollen rattern über den Boden, irgendwo piept ein Scanner, Kinder zählen noch einmal die Kuscheltiere im Handgepäck. Ich mag diese nervöse Vorfreude, dieses kleine Versprechen, dass hinter der Sicherheitskontrolle eine andere Welt beginnt. Leider ist Reisen heute seltener reine Vorfreude, sondern oft ein kleiner Balanceakt zwischen Sehnsucht und Sicherheitsbedürfnis. Gerade in unruhigen Zeiten suchen viele Reisende daher nicht nur Sonne, sondern Verlässlichkeit. Und genau hier kommt TUI ins Spiel, weshalb ich so kurz vor dem Urlaub noch schnell einen Blick auf das Unternehmen werfen möchte…

TUI ist Europas größter Reisekonzern und deckt die komplette Wertschöpfungskette der Urlaubsreise ab: von Hotels und Resorts wie Riu und TUI Blue über Kreuzfahrten mit TUI Cruises, Marella und Hapag-Lloyd Cruises bis hin zu Reiseveranstaltung, Flügen und dem Erlebnisanbieter TUI Musement. Der Konzern lebt also vom Fernweh, muss aber zugleich wie ein sehr wachsamer Verkehrslotse agieren: Kapazitäten planen, Routen anpassen, Gäste informieren, Preise halten, Vertrauen schaffen.

2026 hat TUI dabei schon vor einige Herausforderungen gestellt: Der Iran-Krieg ließ nicht nur die Buchungen für den Nahen Osten einbrechen, zwei Kreuzfahrtschiffe von TUI Cruises saßen zudem wochenlang im Persischen Golf fest, was den Konzern rund 20 Millionen Euro kostete. Die allgemeine Verunsicherung hielt viele Kunden zudem davon ab, sich frühzeitig festzulegen – mit der Folge, dass der gebuchte Sommerumsatz sechs Prozent unter dem Vorjahreswert liegt und der Last-Minute-Trend auf Preise und Margen drückt.

Die jüngsten Zahlen zeigen ein Unternehmen, das in einem unruhigen Reisejahr nicht unbeschadet, aber relativ stabil unterwegs ist. Im dritten Geschäftsquartal bis Ende Juni zählte der Konzern in Veranstaltergeschäft, Hotels und Kreuzfahrten 9,9 Millionen Kunden, drei Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Der Umsatz sank um 6 Prozent auf 5,8 Milliarden Euro und das bereinigte operative Ergebnis brach um 27 Prozent auf rund 234 Millionen Euro ein. Besonders wichtig ist das Segment Urlaubserlebnisse, also Hotels, Kreuzfahrten und Aktivitäten. Diese Bereiche geben dem Konzern mehr eigene Substanz als ein reines Vermittlungsgeschäft und wirken in schwierigen Phasen stabilisierend.

Die Risiken sind klar: Geopolitische Unsicherheiten, der Iran-Krieg, Konsumzurückhaltung, wirtschaftliche Schwäche und höhere Lebenshaltungskosten beeinflussen die Reiselust und vor allem den Zeitpunkt der Buchung. Hinzu kommen steigende Kosten etwa für Treibstoff und Löhne, die sich nicht immer eins zu eins an die Kunden weitergeben lassen.

Wichtig ist deshalb das Update vom 22. September 2026: TUI konkretisierte die Prognose für das Geschäftsjahr 2026 auf ein bereinigtes Ergebnis von 1,2 bis 1,3 Milliarden Euro, gestützt auf eine starke Nachfrage im vierten Quartal bei Urlaubserlebnissen und eine verbesserte Buchungsdynamik bei Märkte + Airline. Für den Winter 2026/27 bleibt TUI vorsichtig, weil Kundinnen und Kunden kurzfristiger buchen; gleichzeitig halten sich die durchschnittlichen Verkaufspreise gut, und Kapazitäten werden flexibel gesteuert. Strategisch passt dazu der Ausbau der margenstärkeren Erlebniswelt: Die Hotelpipeline umfasst mehr als 70 unterschriebene Projekte, und im Kreuzfahrtgeschäft treibt TUI neue Schiffe wie die Mein Schiff Flow voran. Bei TUI Musement erweitert eine EVENTIM-Partnerschaft das Angebot um jährlich mehr als 250.000 Live-Events in Deutschland und Großbritannien, während neue Multi Day Experiences Kurzreisen mit Übernachtung in zahlreichen Destinationen ergänzen.

Ach, und apropos Last Minute: Während sich viele TUI-Kunden in diesem Sommer offenbar bis zuletzt nicht festlegen wollten, muss man das als Anlegerin oder Anleger bei TUI selbst nicht tun. Wer die aktuelle Unsicherheit rund um den Reisekonzern nicht über den direkten Aktienweg begleiten und sich stattdessen lieber eine feste Verzinsung sichern möchte, für den könnte unsere neue Aktienanleihe auf TUI eine Option sein. Der Zins wird unabhängig von der Kursentwicklung der TUI-Aktie gezahlt – gerade in einer Phase, in der die Aktie stark schwankt und die Geschäftsentwicklung von externen Ereignissen wie dem Nahost-Konflikt getrieben wird, kann eine feste Verzinsung gegenüber dem direkten Aktienengagement interessant sein.

7,8 Prozent Zinsen bei 25 Prozent Risikopuffer

Die DekaBank 7,80 % TUI Aktienanleihe 10/2027 (WKN DK1LB3) zahlt zur Fälligkeit nach einem Jahr einen festen Zins in Höhe von 7,8 Prozent p.a. bezogen auf den Nennbetrag von 1.000 Euro. Die Zinsen gibt es auf jeden Fall. Damit aber die Rückzahlung zum Nennbetrag erfolgt, muss der Schlusskurs der TUI-Aktie am Bewertungstag (22.10.2027) mindestens 75 Prozent des Startwerts betragen. Startwert ist der Schlusskurs am Ende der Zeichnungsfrist, am 26.10.2026. Damit bietet die Aktienanleihe einen Risikopuffer von 25 Prozent.

Liegt der Schlusskurs der TUI-Aktie jedoch darunter, drohen Verluste bei der Rückzahlung. In diesem Fall wird nicht der Nennbetrag von 1.000 Euro ausgezahlt. Anlegende erhalten stattdessen TUI-Aktien – dabei „zahlen“ sie den Basispreis von 75 Prozent des Startwerts, wobei der Gegenwert der Aktie zu diesem Zeitpunkt geringer ist. Zudem sollten Sie bedenken, dass eine Aktienanleihe wie jede Schuldverschreibung insgesamt dem Emittentenrisiko unterliegt. Im Klartext heißt das, dass im Falle einer Zahlungsunfähigkeit der DekaBank Verluste bis hin zum Totalverlust des investierten Betrags drohen.

Die Zeichnung läuft vom 05.10.2026 bis 26.10.2026 (10 Uhr), vorbehaltlich einer Verlängerung oder Verkürzung.

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Autorin: Charlotte Neugebauer, Leiterin Zertifikate & Produktvermarktung.



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