Zertifikate-Kolumne vom 18.01.2021

Bayer am Wendepunkt

Werbung. Woran denken Sie bei Bayer - Aspirin oder Monsanto? Für die meisten Schlagzeilen sorgte in den vergangenen Jahren zweifellos Monsanto. Was von Kritikern als „Hochzeit des Teufels“ bezeichnet wurde, kostete den Life-Science-Konzern beim Erwerb 2018 nicht nur 63 Milliarden Dollar, die Leverkusener handelten sich damit ein Imageproblem und viele Schadenersatzklagen wegen des Glyphosat-basierten Unkrautvernichtungsmittels Roundup ein. Doch hinter Bayer steckt mehr als Monsanto und Aspirin. Zuletzt machten auch wieder positive Meldungen die Runde, wie zum Beispiel strategische Kooperationen im Biotechbereich, unter anderem mit Curevac beim Covid-19-Impfstoff.
 
Bayer teilt sein Geschäft in drei Divisionen auf: Pharmaceuticals (verschreibungspflichtige Medikamente), Consumer Health (verschreibungsfreie Gesundheitsprodukte) und Crop Science (Saatgut, Pflanzenschutz, Schädlingsbekämpfung). Die kleinste Division ist Consumer Health mit rund 14 Prozent Anteil am Konzernumsatz im 3. Quartal 2020. Mit zunehmendem Gesundheitsbewusstsein der Verbraucher profitiert die Sparte von der anhaltend hohen Nachfrage nach Nahrungsergänzungsprodukten. Das Ergebnis im operativen Geschäft, dem sogenannten EBITDA vor Sondereinflüssen – hier bleiben Faktoren wie Zinsen, Steuern, Abschreibungen oder Wertberichtigungen außen vor – stieg im 3. Quartal gegenüber dem Vorjahresquartal um 12,3 Prozent auf 301 Millionen Euro. Das entspricht einer Marge (EBITDA vor Sondereinflüssen) von 25 Prozent.
 
Noch höher war diese mit 35,8 Prozent im Bereich Pharmaceuticals. Im operativen Geschäft lieferte die Pharmasparte im dritten Quartal 2020 einen Ergebnisbeitrag von 1,515 Mrd. Euro (EBITDA vor Sondereinflüssen). Etwa die Hälfte der Quartalsumsätze erzielte Bayer in diesem Sektor. Allerdings laufen Mitte des Jahrzehnts Patente für einige wichtige Umsatzträger wie die Medikamente Xarelto und Eylea aus. Jüngst gab Bayer mehrere Übernahmen und Kooperationen bekannt, wie den Kauf des amerikanischen Genspezialisten Asklepios Biopharmaceuticals oder strategische Kooperationen mit Atara Biotherapeutics und dem Tübinger Biotechunternehmen Curevac. Zudem soll der Aufbau einer eigenen Zell- und Gentherapie-Plattform die Position von Bayer in diesem Bereich stärken. „Die beginnende Bio-Revolution stellt eine einmalige Chance und für Bayer den Beginn einer neuen Ära dar“, so Wolfram Carius, Leiter der neuen Zell- und Gentherapie-Plattform bei Bayer.
 
Sorgenkind ist und bleibt hingegen die Agrarsparte. Dabei hatte sich Konzernchef Werner Baumann das beim Kauf alles ganz anders vorgestellt. Mit Monsanto wollte er den Ertragsturbo zuschalten, Umsatz und Ergebnis sollten kräftig steigen und die Agrarsparte für einen hohen Cash-Flow sorgen. Auf die Euphorie folgte mit der Klagewelle und den damit verbundenen Schadenersatzforderungen schnell Ernüchterung. Die Prozesse sind noch nicht abgeschlossen. Obendrein belasteten im 3. Quartal 2020 unter anderem saisonale Effekte das Geschäft, der Umsatz brach um 23,3 Prozent ein, die Sparte erlitt im operativen Geschäft einen Verlust von 34 Millionen Euro.
 
Die Ergebnisse für das Gesamtjahr 2020 liegen noch nicht vor. Doch klar ist: Sondereffekte wie hohe Abschreibungen und Wertberichtigungen wegen der Schadenersatzklagen belasten ebenso wie negative Währungseinflüsse, saisonale Effekte oder Nachfragerückgänge aufgrund der Pandemie. Unter dem Strich wird Bayer für 2020 daher einen hohen Konzernverlust ausweisen, Analysten rechnen mit einem negativen Konzernergebnis von 9,4 Milliarden Euro. Im aktuellen Geschäftsjahr 2021 sollte Bayer aber wieder in die Gewinnzone zurückkehren und einen Gewinn von 3,8 Milliarden Euro erwirtschaften, was 3,87 Euro je Aktie entspricht. Analysten empfehlen den Kauf der Aktie.
 
Die Negativ-Effekte in Verbindung mit der Monsanto-Übernahme dürften im Aktienkurs bereits eingepreist sein. Denn dieser notiert weit unter dem Höchststand von 146,20 Euro, der im Frühjahr 2015 erreicht wurde. Zwar können Fehlschläge bei Medikamentenzulassungen oder weitere Rechtsstreitigkeiten den Kurs belasten, doch der international ausgerichtete Konzern scheint für die Zukunft gut gerüstet. Bayer hat sich unter anderem von renditeschwächeren Bereichen wie dem Kunststoffgeschäft getrennt und verfügt über eine gut gefüllte Produktpipeline in der Sparte Pharmaceuticals.
 
Anleger mit einer neutralen oder positiven Markteinschätzung für die Bayer-Aktie können mit Aktienanleihen ihre Strategie mit einem Festzins sowie endfälligem Puffer umsetzen.
 
5,35 Prozent p.a. Festzins und 15 Prozent endfälliger Puffer nach einem Jahr
 
Die DekaBank 5,35 % Bayer Aktienanleihe 02/2022 (WKN DK0ZH1) zahlt zur Fälligkeit nach einem Jahr einen festen Zins in Höhe von 5,35 % p.a. bezogen auf den Nennbetrag (1.000,00 Euro). Damit die Rückzahlung zum Nennbetrag erfolgt, muss die Bayer-Aktie am Bewertungstag (03.02.2022) wenigstens auf oder über dem Basispreis (85,00 Prozent des Startwerts) schließen.
 
Anderenfalls drohen Verluste bei der Rückzahlung, da statt des Nennbetrags im Wert gesunkene Bayer-Aktien zu 85% des Startwerts an den Anleger übertragen werden. Zudem unterliegt die Aktienanleihe wie jede Schuldverschreibung insgesamt dem Emittentenrisiko. Demnach würden insbesondere im Falle einer Zahlungsunfähigkeit der DekaBank Verluste bis hin zum Totalverlust des investierten Nennbetrags drohen.
 
Die Zeichnung läuft vom 18.01.2021 bis 05.02.2021, vorbehaltlich einer Verlängerung oder Verkürzung.

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Autor: Hussam Masri, Bereichsleiter Private Banking und Produktmanagement




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Rating vom 16.10.2020

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