Presseinformation

Deka-Prognose 2026: Weltwirtschaft wächst weiter stabil und stetig / Belastungsprobe bestanden

  • Wirtschaft knüpft am Wachstumspfad vor dem Iran-Krieg nahtlos an
  • Geoökonomie: Globaler Strukturwandel setzt sich fort
  • Unternehmensgewinne steigen deutlich
  • Deutschland: Reformzug rollt und schiebt Aufschwungshoffnung an
  • Wertpapierbasierte Altersvorsorge ermöglicht Kapitalmarktpartizipation
 
Frankfurt, 25.06.2026

Trotz der Auswirkungen des Iran-Kriegs wird die Weltwirtschaft auch im Jahr 2026 stetig und stabil wachsen. Zu diesem Fazit kommen die Deka-Volkswirte und rechnen für 2026 mit einem weltweiten Wirtschaftswachstum von 2,9 Prozent. Für 2027 prognostizieren sie ein Plus von 3,2 Prozent. „Weltweit hohe Rohölreserven haben uns vor einer Ölkrise durch den Krieg im Persischen Golf bewahrt. Die konjunkturellen Schäden halten sich in Grenzen. Zusätzlich trug – wie schon in der Coronazeit – die hohe Flexibilität der Unternehmen dazu bei, dass Lieferketten und Wirtschaftskreisläufe intakt geblieben sind“, sagt Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank.
 
Die begonnene Neuausrichtung der Weltwirtschaft setzt sich ebenfalls fort: Die Polarisierung in mehrere große Wirtschaftsräume, unter denen die zwei größten, die USA und China, nach Dominanz streben, geht weiter. In diesem Spannungsfeld verschieben sich auch die Handelsbeziehungen. Die Aktivitäten zwischen den USA und China verringern sich deutlich. Europa und insbesondere Deutschland verlieren im Export in die USA und nach China. Dafür hat Deutschland seine Exporte in den EU-Binnenmarkt und andere Regionen gesteigert. „Die Zölle aus dem vergangenen Jahr sind weitgehend verarbeitet. Deutsche Unternehmen haben große Einbußen beim Export in die USA und nach China. Dies wurde aber durch höhere Exporte in den EU-Binnenmarkt weitestgehend ausgeglichen“, so der Deka-Chefvolkswirt.

Die großen IPOs in den USA machen zudem deutlich, dass die Kapitalmärkte intakt sind und die hohe Kapitalnachfrage von Unternehmen und Staaten durchweg bedient werden kann. „Obwohl viele gegenwärtige Produktivitätsverheißungen übertrieben sind, zeigen die Entwicklungen im US-amerikanischen Technologiesektor vor allem, dass die US-Wirtschaft in der Lage ist, deutlich mehr Risikokapital zu mobilisieren als irgendeine Volkswirtschaft sonst auf der Welt.“

Die USA sind auch nach Ausbruch des Kriegs im Iran und der dadurch immer wieder geschlossenen Straße von Hormus ein Wachstumsmotor der Welt. Insgesamt reduzieren die Deka-Volkswirte ihre 2026-Prognose vom Jahresanfang leicht von 2,5 Prozent auf 2,2 Prozent. Insbesondere der seit Ende Februar hohe Ölpreis treibt die Inflation. Diese hat in den USA seit Jahresanfang von 2,4 auf 3,5 Prozent deutlich angezogen. Weltweit stieg die Inflation um knapp 0,9 Prozentpunkte auf 4,1 Prozent. Der neue US-Notenbank-Chef Kevin Warsh wird die unabhängige an der Geldwertstabilität des US-Dollars orientierte Politik fortsetzen. Allerdings: „Kevin Warsh hat konservativere Vorstellungen von der Rolle einer Notenbank als viele seiner Vorgänger“, betont Kater und ergänzt: „Wir dürfen uns auf Änderungen in den Mechanismen der US-Geldpolitik einstellen.“ Er rechnet damit, dass die Fed ihre Unabhängigkeit behält, allerdings weniger kommunizieren und mehr Marktschwankungen tolerieren wird, als dies Marktteilnehmer in den vergangenen Jahren gewohnt waren.
 
In China lässt die Dynamik zwar etwas nach, allerdings bleibt das Wachstum mit einem Plus von 4,6 Prozent in diesem Jahr stark. In Europa hingegen bleibt es mit 0,5 Prozent auch 2026 weiterhin überschaubar. Die Stimmung in Deutschland sei auf einem absoluten Tiefpunkt, verdeutlicht Kater beim Blick auf den Deka-S-Finanzklima-Index, für den regelmäßig Sparkassenmanager nach ihren Konjunkturerwartungen befragt werden. Der Index ist in den zurückliegenden Monaten nochmals von 99,6 auf 78,1 gefallen. Beim Blick in die Zukunft zeigt sich Kater wiederum optimistisch: „Die Aufschwungshoffnung für Deutschland kommt langsam zurück.“ Ein Grund dafür seien auch die Reformvorhaben der Bundesregierung, deren Dringlichkeit immer klarer erkannt werde. „Der Reformzug verlässt den Bahnhof zwar spät, aber die Hoffnung steigt, dass er jetzt endlich Fahrt aufnimmt“, resümiert Kater. So soll die Rentenreform noch im Sommer durch den Bundestag verabschiedet werden. Darüber hinaus rechnet Kater damit, dass die fiskalischen Maßnahmen 2026 weiter Früchte tragen und rund 0,2 Prozentpunkte zum Wachstum beitragen. Deutlicher wird der Effekt dann im kommenden Jahr, hier sollte das Plus resultierend aus den staatlichen Maßnahmen rund 0,4 Prozentpunkte betragen.
 
Die internationalen Aktienmärkte notieren trotz aller Unkenrufe auf Rekordniveau. Joachim Schallmayer, Leiter Kapitalmärkte und Strategie bei der DekaBank, rechnet damit, dass die globalen Aktienmärkte weiterhin konstruktiv bleiben. „Die Berichtssaison für das erste Quartal ist für die Unternehmen in den USA, aber auch in Europa hervorragend gelaufen“, stellt der Kapitalmarktprofi heraus. Die Unternehmensgewinne konnten noch einmal deutlich zulegen, und auch für das zweite Quartal rechnet Schallmayer mit positiven Meldungen. „Das stabile globale Wirtschaftswachstum ist das Rückgrat der Unternehmensgewinne. Die Unternehmen haben in den Krisen der Vergangenheit ihre Rückenmuskulatur permanent weiter trainiert und beweisen jetzt ihre Fitness“, so Schallmayer.

Die US-amerikanischen Börsen zeigen sich unerschrocken und notieren nicht zuletzt aufgrund der positiven Wertentwicklung der großen IT-Unternehmen weiterhin auf Rekordniveau. „Der größte Kapitalmarkt der Welt beweist eindrucksvoll, wie stark er ist“, so Schallmayer. Das Momentum der Unternehmensgewinne überrascht Analysten nach wie vor positiv. Die Deka erwartet eine starke Berichterstattung der Unternehmen für das zweite Quartal. Warnzeichen einer abnehmenden Marktbreite sowie der startende IPO-Zyklus müssen eng beobachtet werden, sind im aktuellen Stadium aber als unkritisch zu bewerten. Das gilt auch für die steigenden Anleihe-Emissionsvolumen. „Die Schuldner sind guter Bonität und die Aufnahmebereitschaft des Marktes ist hoch. Keine Kombination, die uns kurzfristig Kopfzerbrechen bereiten sollte“, ordnet Schallmayer ein.
 
Bei Betrachtung der asiatischen Märkte zeigt sich, dass die Dynamik weiter zunimmt. Das beherrschende Thema bleibt die Künstliche Intelligenz (KI) und damit die Halbleiterindustrie. „Wir sehen, dass sich die technologische Innovation in Asien noch einmal beschleunigt. Unternehmen in China, Taiwan und Südkorea profitieren von der wachsenden Nachfrage nach KI-Technologien und Halbleitern“, so Schallmayer. Die sehr einseitige Ausrichtung führt allerdings zu Klumpenrisiken in einzelnen regionalen Indizes. Es gilt, sich dieser Risiken bewusst zu sein, da das Marktsegment derzeit ein hohes Momentum, aber wenig Diversifikation bereithält.
 
Eine bessere Streuung erhalten Anleger in Europa. Zwar hinkt das Gewinnwachstum der dort beheimateten Unternehmen der dynamischen Aufwärtsbewegung in anderen Regionen hinterher. Die gute Nachricht ist: Es bewegt sich stetig aufwärts und dürfte in diesem Jahr sogar eine Beschleunigung erfahren. Schallmayer erwartet eine gute Quartals-Berichterstattung und betont die ausgewogenen Beiträge von Unternehmen aus verschiedenen Sektoren. „Die Mischung aus moderaten Bewertungen, steigenden Unternehmensgewinnen und einer guten Diversifikation dürften europäische Aktien auf dem Radar internationaler Anleger erscheinen lassen“, so Schallmayer. 
 
Die Rentenmärkte haben deutlich auf den Krieg im Iran und die gestiegenen Inflationserwartungen reagiert. Vielleicht sogar etwas zu deutlich. Vor diesem Hintergrund rechnet Schallmayer damit, dass sich das Zinsumfeld über die Kurve hinweg sowohl in den USA als auch in Europa weiter leicht entspannt. „Die Notenbanken werden auf den Inflationsbuckel reagieren, aber weniger stark, als es der Markt derzeit einpreist. Dies ist im Ausblick nicht nur für die Rentenmärkte, sondern auch für die Risikomärkte allgemein unterstützend“, so der Kapitalmarktexperte. Entsprechend gilt es, an den Anleihemärkten weiterhin dosierte Kreditrisiken in einem gesunden Mix aus High Yield und Investment Grade einzugehen. Schallmayers Präferenz liegt unverändert bei Anleihen aus den Schwellenländern. „Die Kombination aus stabilen Spreads, einem nach oben zeigenden Ratingtrend und moderat rückläufigen US-Renditen machen vor allem Emerging-Markets-Hartwährungsanleihen sehr attraktiv“, erläutert er. 
 
Der Ausblick für die Kapitalmärkte bleibt konstruktiv: „Die Unternehmen und die Konjunktur sind in guter Verfassung, und das, obwohl immer wieder geopolitische Krisen aufflammen. Die Öffnung der Straße von Hormus kombiniert mit einem nachhaltigen Friedensversprechen bringen Normalität zurück, so dass die Geschäftsentwicklung international mehr Wachstumspotenzial hat“, fasst Schallmayer den Status quo zusammen. Bis zum Jahresende rechnet er für den DAX noch mit einem Plus von 6,5 Prozent. Schallmayer sieht das deutsche Börsenbarometer somit Ende 2026 bei 26.500 Punkten.

Die neuen Pläne zur Einführung von Kapitaldeckungselementen und damit wertpapierbasierten Altersvorsorge in der gesetzlichen Rentenversicherung beurteilen die Deka-Experten positiv: „Das ist eine Möglichkeit, breite Bevölkerungsschichten an der Dynamik der Aktienmärkte zu beteiligen“, stellt Chefvolkswirt Kater heraus. „Die Ergänzung des Umlageverfahrens durch eine kapitalmarktbasierte Komponente sichert die Teilhabe am stetigen Wachstum der globalen Produktivvermögen. Lange Ansparzeiträume reduzieren die Risiken von Kapitalmarktschwankungen und erhöhen die Renditechancen. Um vom mächtigen Zinseszinseffekt voll zu profitieren, ist es entscheidend, auf Sicherungsmechanismen zu verzichten“, ergänzt Schallmayer und fügt hinzu, dass die Menschen auch ohne staatliche Förderung schon heute mit regelmäßigem Sparen in den Kapitalmarkt beginnen sollten.

Über die Deka

Die Deka-Gruppe, bestehend aus der DekaBank Deutsche Girozentrale (DekaBank) und ihren Tochtergesellschaften, ist das Wertpapierhaus der deutschen Sparkassen und Teil der Sparkassen-Finanzgruppe. Mit einem verwalteten Vermögen in Höhe von 452 Mrd. Euro (per 31.12.2025) sowie 6 Millionen betreuten Depots ist sie einer der größten Wertpapierdienstleister und Immobilien-Asset Manager in Deutschland. Die Deka-Gruppe bietet Investmentlösungen und Dienstleistungen für private und institutionelle Anleger an und richtet ihr Angebot an den Anforderungen ihrer Eigentümer, den Sparkassen, aus.

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